„Stern über Bethlehem, zeig uns den Weg, führ uns zur Krippe hin, zeig wo sie steht, leuchte du uns voran, bis wir dort sind, Stern über Bethlehem, führ uns zum Kind.“ 

Zimtsterne, Strohsterne, Sterne aus Goldpapier….kein Weihnachtsfest ohne Sterne. Der Stern gehört ebenso zum Weihnachtsfest dazu wie Engel, Kerzen oder Tannenzweige.

Seinen Ursprung hat der Weihnachtsstern in der Bibel. Schon im Alten Testament, im vierten Mosebuch wird ein Stern an-gekündigt: „Es wird ein Stern aus Jakob auf-gehen und ein Zepter aus Israel aufkommen“ (4.Mose 24, 17). Und im Neuen Testament berichtet der Evangelist Matthäus: „Da Jesus geboren war zu Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, ihn anzubeten.“ (Matthäus 2, 1f).

Von manchen Menschen sagen wir, sie seien unter einem guten Stern geboren. Damit meinen wir, dass sie Glück haben und auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Auch das Leben Jesu beginnt unter einem besonderen Stern. Die Gelehrten streiten noch, ob es der immer wiederkehrende Halleysche Komet war oder eine besondere Planetenkonstellation von Jupiter und Saturn, deren Licht am Firmament zu einem riesigen Lichtkörper zusammengeschmolzen war.

Wie auch immer, besonders viel Glück hat der Stern dem neugeborenen Jesus nicht gebracht. Matthäus erzählt zwar, wie Sterndeuter aus dem Morgenland dem neuen Himmelskörper folgten, um das Kind anzubeten und ihm Geschenke zu bringen. Aber sein Licht hat auch andere aufmerksam werden lassen – die Gefolgsleute des Königs Herodes. So begann die Lebensgeschichte Jesu einerseits mit besonderem Glanz, mit Engelschören und Anbetung, darauf folgte aber sehr bald die Flucht vor der Gewalttätigkeit des Königs.

Der Weihnachtsstern war kein Glücksstern, er erinnert nicht nur an die Freude über die Geburt des Jesuskinds, sondern auch an Gewalt und Leid, die ebenfalls zum Leben Jesu dazugehörten. Deshalb hat der echte Weihnachtsstern acht Zacken, nicht mehr und nicht weniger. In ihm liegen der vierzackige Epiphaniasstern und das Kreuz übereinander. Der Anfang und das Ende, für beides ist der Stern das Zeichen: Das Kind in der Krippe ist der Mann am Kreuz.

Auch wenn der Weihnachtsstern sich nicht als Glücksbringer eignet, kann ich mir Weihnachten ohne Sterne nicht vorstellen. Sie erinnern mich an die drei Sterndeuter, die ihre Heimat verließen und dem Stern folgten. Das war eine weite und mühsame Reise, um die ich sie nicht beneide. Ich freue mich, dass ich Weihnachten zuhause mit meiner Familie feiern kann. Aber in Gedanken bin ich mit den Sterndeutern unterwegs, auf der Suche nach dem Jesuskind. Ob ich es finden werde? Ich wünsche mir und Ihnen, dass der Weihnachtsstern auch uns den richtigen Weg zeigt.

Ihre Pfarrerin
Anne Braunschweig- Gorny